Schon sind sie wieder vorbei, die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Zwei intensive Sportwochen voller durchwachter Nächte, mit Gewinnern und Verlierer, so wie es im Sport eben sein muss. Ich versuche, eine kurze, intuitive Bilanz zu ziehen.
Die Spiele begannen mit einem Schock: kurz vor der Eröffnungsfeier erlitt der georgische Rodler Kumaritaschwilli einen tödlichen Unfall im Eiskanal von Whistler. Dieser Vorfall überschattete nicht nur die Feier, er sorgte – flankiert von vielen weiteren, Gott sei Dank harmloseren Stürzen – für eine große Sicherheitsdiskussion. Festzhalten bleibt aber: es ist gelungen, sich nicht von dem tragischen Vorfall lähmen zu lassen, die Spiele zeigten sich in ihrer gewohnten Vitalität und Lebensfreude und hoffentlich sind aus dem Unfall die richtigen Lehren gezogen worden.
Kanada im Allgemeinen und Vancouver im Besonderen präsentierten sich als hervorragende Gastgeber, deren Begeisterung ansteckend und vorbildlich wirkte. Überhaupt erfüllten die Olympischen Spiele ihren Anspruch – die Jugend der Welt in fairen Wettkämpfen zu versammeln, eine Atmosphäre der Fröhlichkeit zu schaffen, all das haben diese Spiele geleistet. Strahlende Überraschungssieger (Viktoria Rebensburg) gab es genauso wie enttäuschte Verlierer (Eisschnellläufer Kramer). Wieder einmal haben auch die kleineren Sportarten eine große Bühne bekommen. Curling(!) und Snowboard konnten sich endlich einmal den Zuschauern präsentieren, auch das gehört dazu.
Auch aus deutscher Sicht liefen die Spiele ebenfalls mehr als zufriedenstellend. Platz zwei im Medaillenspiegel hinter den Gastgebern drückt das auch in Zahlen aus. Die Gesichter des Erfolgs im deutschen Team sind vor allem Biathletin Magdalena Neuner mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille; Maria Riesch mit Doppel-Gold im Slalom sowie Bobfahrer André Lange, der Gold und Bronze holte. Als weiterer Glanzpunkt sei noch kurz Viktoria Rebensburg, als Kuriosität der Sturz von Anni Friesinger genannt. Enttäuschungen gab es auch: die ambitionierten Eiskunstläufer Savchenko/Szolkovyoder die Biathlon-Herren.
Die Medien schließlich blieben bei diesen Spielen recht unauffällig. Keine großen Glanzleistungen, aber auch keine extremen Aussetzer. Dass bei der Livehaftigkeit der Bilder manchmal etwas geschwindelt wurde, fand ich nicht so schlimm. Eher schon ZDF-Reporter Pfeffer beim Snowboard, der die Sportart gleich aus dem olympischen Programm reden wollte. HD ist auch toll, liegt aber außerhalb meines finanziellen Rahmens. Ich armes Arbeiterkind.
„The best games ever“ – bei so vielen Höhepunkten in der olympischen Geschichte ein schwieriges, inflationäres Prädikat. Sagen wir es so: es waren richtig gute, schöne, spannende Olympische Spiele. Aber immerhin kann man jetzt wieder schlafen.
“Suppa!”

