Zwei Gesichter zeigte der SC Paderborn 07 beim Freitagsspiel gegen 1860 München. Beide davon waren durchaus schön anzuschauen, so dass das 3:1-Endergebnis hochverdient war. Damit setzt der SCP seine Erfolgsserie fort und hat den Klassenerhalt in der Zweiten Liga so gut wie gesichert.
In den ersten 25 Minuten gehörte die Partie fast ausschließlich den Gastgebern. Von der ersten Minute an häuften sich die Großchancen durch Saglik und Alushi - allein: der Ball landete nicht im Tor. Gabor Király im Löwen-Tor rettete einige Male in großartiger Manier. Dass es dennoch nach neun Minuten 1:0 stand, war einem Elfmetertreffer von Mahir Saglik zu verdanken. Frank Löning war nach einer Wemmer-Flanke im Strafraum zu Fall gebracht worden, auf Anraten des Assistenten entschied Schiri Siebert zu Recht auf Strafstoß. Paderborn verpasste es aber, die weiteren riesigen Möglichkeiten zu nutzen, die 1:0-Führung zur Pause hätte auch höher ausfallen können.
Nach dem Seitenwechsel war die Luft ein wenig raus aus dem Paderborner Spiel, die Effektivität dafür aber umso größer. Aus wenigen Möglichkeiten entstanden zwei Tore, die das Spiel entschieden: Brückner traf aus 15 Metern in die rechte Ecke, Alushi erzielte mit einem abgefälschten Schuss das 3:0. Nach dem 3:1 durch Aigner blies Sechzig noch einmal zur Schlussoffensive, mehr als ein paar Schrecksekunden waren aber nicht mehr drin.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie dieser Aufsteiger mit einer solchen Selbstverständlichkeit auch bei permanentem Nieselregen zumindest zeitweise ein attraktives Offensivspiel aufzieht – jedenfalls immer dann, wenn ich da bin. Anders als andere Teams ihres Schlages spielte Paderborn im Kampf um den Klassenerhalt nicht auf Zeit oder mit defensiver Ausrichtung und wurde dafür belohnt. Die Leistung in dieser Saison ist aller Ehren wert und mein Bruder spekulierte schon über den Aufstieg im nächsten Jahr
Und 1860? Ein Team mit interessanten Namen: Lauth, Rösler, Rukavina, Ludwig. Die meisten haben Bundesligaerfahrung, zeigten aber deutlich, was ihnen fehlt: Mumm in den Knochen und Kampfgeist. Rukavina zum Beispiel trug noch nach 60 Minuten ein blitzsauberes Trikot, eine außergewöhnliche Leistung bei den Wetterverhältnissen. Es fehlt an Moral in der Truppe und so wird das Mittelmaß vorerst die Heimat der Münchner bleiben, während die Fans auf Auswärtsfahrten noch ihre Weisen von der Meisterschaft 1966 singen.
“Suppa!”

