Huge und wie er die Welt sieht
Der Huge bittet Euch um Mithilfe. Zu studentischen Zwecken sucht der Huge Leser, die
a) zwischen 16 und 26 Jahre alt sind
b) Interesse haben, an einer Befragung zum Thema "Soziale Netzwerke im Internet" (Aufwand 10-15 Minuten) teilzunehmen
c) von mir noch nicht mit diesem Anliegen belästigt wurden
Bitte meldet Euch in den Kommentaren und gebt eine gültige E-Mail-Adresse an. Ich sende Euch dann einen Fragebogen zu. Leider muss das ganze schnell gehen, weil der Dozent es so will wir nur eine Woche Zeit für die Feldphase haben. Die Ergebnisse der Befragung werde ich vielleicht hier mal auswerten, wenn ich irgendwann mal wieder Zeit habe. Für Eure Hilfe wäre ich sehr dankbar, denn je mehr Befragte, desto besser die Arbeit!
Ich wollte es wirklich versuchen. Ich schlafe oft und gerne sehr lange, heute wieder bis halb zwei. Ich bin ein Nacht- und kein Morgenmensch. Ich esse kein Frühstück. Aber im Sommersemester 2010 wollte ich mich mit voller Absicht nur für Vormittagsveranstaltungen einschreiben.
Grund war nicht irgendeine Form der Selbstdisziplinierung, sondern ganz prosaisch die drei Wochen im Juni/Juli, in denen während der Vorlesungszeit die WM in Südafrika stattfindet. Die Spiele finden dort auch mittags und nachmittags statt. Aber da hat mir die KMW schon einmal einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Allein die Pflichtvorlesungen liegen auf 3x 13-15 Uhr (Mo, Mi, Fr) und 17-19 Uhr (Di). An mindestens einem der Termine findet ein deutsches Spiel statt.
Wofür ich mich entscheiden werde? Diese Frage stellt sich nicht.
Jetzt, da die letzte Klausurfrage beantwortet und der Punkt hinter der letzten Fußnote gesetzt ist, wollen wir mal ein bisschen rechnen. Ich habe während des Semesters mal versucht mitzuzählen, wie viel ich für die Uni lese – und präsentiere stolz das Ergebnis.
Geschichte: Basismodul 907 Seiten
KMW: Journalistik 1554 Seiten
KMW: Buchwissenschaft 849 Seiten
Gesamt 3310 Seiten
Wahrscheinlich habe ich einiges nicht mitgezählt. Hinzu kommt, dass ich vieles, vor allem im Bereich Buchwissenschaft und Geschichte, in der Endphase des Semesters doppelt und dreifach gelesen habe.
(Bei mir ist jetzt übrigens ziemlich genau Bachelor-Halbzeit. Unfasslich.)
Die folgende Reportage habe ich mit viel Mühe für ein Journalistik-Seminar geschrieben – und so liest sie sich leider auch. Ich würde mich sehr freuen, wenn einige Verbesserungsvorschläge oder einfach ein gut/schlecht kommen. Abgeben muss ich Donnerstag, dann bin ich mal auf die Note gespannt.
Bild: Huge auf einem Foto mit dem Bundespräsidenten. Foto: LVZ
Denn für Studenten haben wir ja sowieso nie Platz / die sollen erst was lernen, vorher sind die für die Katz (Georg Kreisler)
Der 2. Dezember wird in Leipzig traditionell als sog. dies academicus begangen, der Geburtstag der Universität. Normalerweise interessiert das niemanden wirklich, außer der Tatsache, dass alle frei haben. 2009 aber feiert die Universität Leipzig ihr 600. Jubiläum, was eigentlich zum Quell steter Freude an der gesamten Alma Mater werden sollte. Doch wieder einmal enden alle Wege an einem Punkt: Enttäuschung.
Der Festakt, der heute Mittag stattfand, war schon ein reichlich bizarres Schauspiel. Das fing bei der Optik an: in der ersten Reihe Clowns mit roten Mützen und Rektor Häuser trägt seine riesige goldene Kette. Prominenz ist reichlich dabei: Bundespräsident Köhler, OB Jung, Ministerpräsident Tillich und viele andere. Köhler fordert mehr Geld für Bildung, aber das ist ja das Problem: Er darf viel reden, hat aber nichts zu sagen. Häuser wird in seinem Stuhl immer kleiner und sein Gesicht immer zerknautscher, als in nahezu jeder Rede die Missstände an den Unis aufgezählt werden, nicht zuletzt natürlich vom StuRa.
So sitzen sie also alle beisammen, die oberen Zehntausend 800, aber wer fehlt? Was macht eine Uni aus und wovon lebt eine Uni? Natürlich auch vom Geld aus Politik und Wirtschaft, aber doch wohl in allererster Linie von ihren Studenten. Die aber werden an diesem Festtag ausgesperrt. Einige weniger haben Einladungen "gewonnen", aber Häuser erachtet es nicht einmal für nötig, seine Studenten zu begrüßen. Der Rest wird in Hörsäle zu Liveübertragungen geschickt, das Interesse ist aber gering. Den Festakt zu einer elitären Veranstaltung zu machen, das ist gelungen, hat dem Ganzen aber nicht wirklich gutgetan.
Es gibt keine einzige Veranstaltung, bei der Rektorat und Studenten zusammen das Jubiläum ihrer Uni feiern können. Überhaupt gibt es, gemessen an dem festlichen Anlass, nur wenige Veranstaltungen zum Jubiläum. Die Uni hat wieder einmal eine große Chance verpasst. Da wundert es niemanden mehr, dass sich unter den Studenten die Feierlaune in Grenzen hält.
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